Elternzeit reisen – Das Rezept für eine einmalige Zeit

Elternzeit reisen – das war von Beginn an unser Traum.

Wie so viele Paare haben auch wir uns dazu entschlossen, gemeinsam Elternzeit zu nehmen. Auch wenn ich viele politische Entscheidungen im Bereich der Elternschaft kritisch betrachte, so halte ich diese Möglichkeit wirklich für sehr sinnvoll.

Ich sah der gemeinsamen Familienzeit voller Vorfreude entgegen. Wann hat man schließlich noch einmal die Chance, zwei Monate gemeinsam „frei“ zu machen?

Außerdem sehnte ich mich danach, dass mein Partner einmal meinen „Alltag“ erlebt, so dass er sich besser in meine Position reinversetzen könnte.

Das passende Reiseziel für die Elternzeit finden

Allerdings wollten wir auch gerne verreisen. Es sollte ein Reiseziel sein, dass uns zum einen den Sommer verlängerte und zum anderen gute Standards in der medizinischen Versorgung hat.

Einige meiner Freunde und Bekannten entwarfen richtige Traumreisen. Weltreise mit Kind bis nach Australien, Safaris in Afrika oder Campervan-Touren bis nach Marokko und zurück.

Die passende Reise für deine Familie

Klar wollte ich auch so eine prestigeträchtige Reise machen. Auf der anderen Seite schien es mir, als habe ich nicht das passende Kind für so ein anstrengendes Vorhaben.

Wir verbrachten unsere Zeit schließlich auf Teneriffa, wo wir uns mehrere Airbnb-Unterkünfte in verschiedenen Ecken der Insel buchten. Eine wirklich gute Wahl, da eine tolle Insel mit vielen Möglichkeiten für Familien.

Diese Tipps sichern die unvergessliche gemeinsame Zeit

Mit meinen rosaroten Vorstellungen vom Familienurlaub stiegen wir in den Flieger. Auch mein Partner hatte sich die Zeit in den tollsten Farben ausgemalt. Um zu vermeiden, was uns passiert ist, hier meine Ratschläge zum Elternzeit reisen:

Aufgabenverteilung vorher festlegen!

Nach zwei Wochen auf den Kanaren machte ich immer noch alles mehr oder weniger alleine. Ich wickelte, fütterte, spielte mit dem Kind, mein Partner lag in der Sonne oder las ein Buch. Wahrscheinlich war es die Gewohnheit des vergangenen Jahres, die mich in diese Rolle brachte.

Wenn ich mich auch hinlegte, bewegte sich mein Kind hektisch von einem zum anderen. Da keiner sich ausschließlich verantwortlich fühlte, konnte sich auch keiner mehr entspannen.

Sinnvoll ist es, vorher festzulegen, wer wann welche Aufgabe übernimmt. So hat jeder seinen Freiraum und kann diesen auch für sich und seine Interessen nutzen.

Ansprüche an die Reise realistisch halten

Meine Wünsche an den Urlaub waren unendlich. Ich wollte mich endlich erholen, eine Nacht durchschlafen, ich träumte von romantischer Zweisamkeit in Restaurants oder Wanderungen durch die „Barranco del Inferno“.

Nichts davon sollte sich erfüllen. Mein Kind klebte an mir, in Restaurants lief einer von uns die ganze Zeit hinter dem Kind her, welches sich den Weg zwischen Gästen und Kellnern bahnte während der andere missmutig in Windeseile und alleine teuren Fisch verspeiste.

Alternativ saß ein schreiendes, unzufriedenes Kind in fraglichen Hochstühlen und verhinderte jegliche Konversation bei dringlich benötigtem Cafe von Leche.

Besser wurde es erst, als wir uns damit abgefunden hatten, dass wir viel Zeit im schwarzen Sand verbrachten und als Ausflug maximal die nächste Eisdiele ansteuerten.

Realistische Erwartungen an eine solche Reise hätten viel Frust vermeiden können.

Drohende Konflikte direkt besprechen

Dadurch, dass wir alle beim Elternzeit reisen 24 Stunden aufeinander hockten, wurden auch plötzlich mehr Konflikte deutlich. Konflikte im Umgang mit dem Kind, aber auch Konflikte in der Partnerschaft. Auch diese schoben sich wie eine Wolke über die Wochen des Urlaubs.

Einige Abende wurden daher dafür genutzt, genau diese unterschiedlichen Ansichten zu besprechen. Auch wenn dies nicht immer besonders angenehm war, so war es notwendig, schon allein damit wir als Familie zusammen funktionieren.

Wenn ich von unserer gemeinsamen Elternzeit berichte, dann stelle ich meist die positiven Aspekte heraus. Wir haben trotz allem viel von der Insel gesehen, wir haben sehr schöne Unterkünfte gehabt und abends auch mal ein Glas Wein zusammen getrunken. Ich würde es immer wieder machen.

Die wichtigsten Tipps zum Elternzeit Reisen

Wer also die gemeinsame Elternzeit plant, der sollte sich nicht nur die oben genannten Empfehlungen zu Herzen nehmen, sondern auch alle praktischen Anforderungen beachten, um weder Fristen noch Gelder zu verpassen.

  • Um Anspruch auf Gelder zu haben muss die Elternzeit parallel genommen werden oder nahtlos an die von dem einen Partner genommenen 12 Monate anschließen.
  • Die Planung der Elternzeit des anderen Partners sollte mindestens drei Monate vor Antritt beginnen. Unterlagen wie Einverständnis des Arbeitgebers oder Anträge müssen rechtzeitig eingehen.
  • Der Arbeitgeber sollte in die Planung möglichst frühzeitig miteinbezogen werden. Berufliche Nachteile sollten vorher bedacht werden.
  • Um die Kosten für eine eventuelle Reise zu decken oder den Verdienstausfall zu kompensieren sollten genügend finanzielle Rücklagen vorhanden sein.

Es kann sich auch lohnen, beim Arbeitgeber nachzufragen, der mitunter sehr informative Broschüren zur Verfügung stellt. Im Mamamindful Journal kannst du auch eine Checkliste anlegen.

Der organisatorische Aufwand lohnt sich, egal wann und wie die Elternzeit schließlich genommen wird.