Unterwegs mit Baby

Unterwegs mit Baby – das ist schon eine Herausforderung an sich. Was packe ich ein, was darf ich auf keinen Fall vergessen; schnell hat man Gepäck beisammen, was man sonst für eine 14-tägige Reise gebraucht hat.

Wir hatten die erste Jahre mit Baby kein Auto. Das hat mich in der mittelgroßen Stadt, in der wir wohnen, nicht gestört. Mein Vergleich war ja Berlin, wo ich vorher gewohnt hatte. Da brauchte man überall hin mindestens eine halbe Stunde. Hier war alles Wichtige fußläufig in einer halben Stunde zu erreichen.

Ich war eigentlich ausschließlich zu Fuß unterwegs. Ab und zu fuhr ich mit dem Bus und machte die herrliche Erfahrung, mich mit meinem Kinderwagen in Menschenmengen zu quetschen.

Längere Fahrten mit Säugling

Für die längeren Fahrten zu den Großeltern fuhren wir meist mit dem Zug. Wenn das Kinderabteil frei und der Zug relativ leer war, war es sogar sehr bequem. Doch nicht nur einmal wurde ich, mit schreiendem Baby auf dem Arm, dazu verdonnert meinen Kinderwagen in alle Einzelteile zu zerlegen und an verschiedenen Plätzen zu verteilen („Wo der Fluchtweg nicht gestört wird.“). Wenn jemand mal Adrenalin erleben will, das ist die Chance.

Es bleibt für mich unfassbar, wie rücksichtslos Mitarbeiter und Mitreisende mir gegenüber waren. Ich wurde meines Platzes verwiesen (mit Gepäck, Kinderwagen und Kind) weil „dies nicht das Familienabteil“ sei, ich musste mein Kind auf dem Boden wickeln weil die Toiletten außer Betrieb waren, ich erhielt trotz Fragens kein einziges Mal die Hilfe beim Aussteigen, um die ich gebeten hatte.

Unterwegs mit der Bahn

Meine einzige positive Erinnerung ist die Fahrt von Berlin nach Osnabrück, als meine Tochter 4 Tage alt war. Wir hatten das Kinderabteil reserviert, jedoch scheint etwas schief gelaufen zu sein, denn als wir in Spandau einfuhren beanspruchte eine andere Familie das Abteil für sich. Die hatten ein Kind, vielleicht 6-7 Jahre alt, und ich hatte meinen vier Tage alten Säugling auf dem Arm.

Ich versuchte meine Notlage und meinen Anspruch (wahrscheinlich nicht sehr freundlich, in mir brach die wilde Panik aus) zu vermitteln, aber die Familie bestand darauf, dass sie das Abteil bekäme. Ich erklärte erneut, dass mein Kind vier Tage alt sei und ich nicht im überfüllten Zug im Großraumabteil sitzen könne.

All mein Flehen und schließlich auch aggressiv werdender Ton stieß auf taube Ohren. Sie hatten reserviert, sie wollten den Platz. Schließlich ging der Vater los um uns mit Unterstützung der Zugbegleiterin des Platzes zu verweisen.

Inzwischen war ich in Tränen ausgebrochen und war einer weiteren Diskussion nicht mehr fähig.

Als die Schaffnerin kam gab sie der anderen Familie recht. Heulend packte ich unsere Sachen zusammen. Aber die Zugbegleiterin hatte Herz. Sie bat uns mitzukommen und führte uns zum Dienstabteil, wo ich sogar ein Wasser bekam, sie die Heizung hoch und die Lautsprecheransage herunter drehte und mir gut zuredete. Die gesamte restliche Fahrt wurden wir nicht einmal gestört.

Sie war mein persönlicher Engel. Ich werde es ihr nie vergessen.

Mit dem Kind im Auto unterwegs

Neben den Fahrten mit der Bahn nahm ich mir manchmal ein Mietauto. Die Schwierigkeit hierbei war eine andere: meine Tochter hasste, hasste, hasste den Maxi Cosi. Ich nannte ihn nur „Schreii Cosi“.

Nach wenigen Minuten fing sie an zu schreien. Immer.

Ich erinnere eine Fahrt zu meiner Schwester, bei der ich in Duisburg-Wedau angehalten habe und mein Kind eine Stunde lang durch ein fragwürdiges Wohngebiet geschaukelt habe. Viele Versuche des erneuten Anschnallens schlugen fehl, bis ich schließlich beschloss, dass ich nicht die ganze Zeit dort verbringen konnte und den Rest der Strecke (noch ca. eine Stunde) mit einem schreienden Baby im Auto fuhr.

Es soll ja Kinder geben, die im Auto sehr gut schlafen und es lieben, in der Babyschale zu liegen. Meines gehörte nicht dazu.

Trotzdem fand ich es vor allem deshalb vorteilhaft mit dem Auto zu fahren, weil ich dann das komplette Gepäck einfacher verstauen konnte und mich keiner bat, meine ganzen Habseligkeiten durch enge Gänge zu schleusen.

Meine Packliste war nämlich ziemlich beachtlich geworden. Und diese Liste war notwendig. Einmal sind wir mit dem Taxi noch einmal eine 15-Euro-Strecke zurückgefahren, weil keiner an die blöde Thermoskanne gedacht hatte. Daher habe ich die Liste für dich in das Mamamindful Journal eingefügt.

Sicheres Reisen mit dem Auto

Die Sicherheit beim Autofahren geht natürlich absolut vor. Daher ist die Babyschale, der Kindersitz und Anschnallen absolut zwingend erforderlich.

Wenn ich an meine Kindheit denke, ist es echt ein Wunder, dass ich noch lebe. Ich wurde im Weidenkörbchen oder zwischen Koffern liegend im Kofferraum transportiert. Da ist die Entwicklung schon enorm. Und die sollte auch genutzt werden.

Alle neuen Eltern sollten sich daher gründlich informieren, welche Transportmöglichkeiten für ihr Kind die beste ist. Die unabhängigsten Testergebnisse bietet hier immer noch Stiftung Warentest. Diese sind zwar kostenpflichtig, aber dafür auch verlässlich. Das unreflektierte Googeln führt einen leider meistens zu irgendwelchen fragwürdigen Seiten, die mit ihrer wahllosen Auflistung von Kindersitzen meistens eine Menge Geld verdienen.

Auch der ADAC hat eine umfangreiche Testreihe zu Kindersitzen durchgeführt.

Tipps für Fahrten mit Baby

Meine Wahl fiel auf den Maxi Cosi Pebble*. Es ist eine Babyschale aus der Kategorie 0+, also für den Beginn bis ca. dem ersten Lebensjahr geeignet. Weil meine Tochter allerdings so unbegeistert davon war, sind wir so schnell wie möglich auf die nächste Größe umgestiegen, und bei uns geschah dies durch den Kauf des Cybex Pallas S-Fix*, wo sie auch etwas sehen konnte, da dieser nach vorne gerichtet ist.

Bei dem Kauf eines Kindersitzes empfehle ich folgendes zu beachten:

  • Wie hat der Sitz bei unabhängigen Tests abgeschnitten?
  • Für welche (Alters-) Gruppe ist der Sitz geeignet?

Manche Sitze können über mehrere Stufen hinweg benutzt werden.

  • Wie wirkt der Sitz auf mich?

Am besten im Fachhandel einmal „Probesitzen“.

  • Wieviel Platz nimmt der Sitz ein?
  • Ist der Sitz auch für Flugreisen geeignet?

Gerade wenn eine Reise geplant ist, sollte der Sitz „for use in Aircraft“ zertifiziert sein.

  • Möglichst keine gebrauchten Sitze kaufen. Denn hier kann man nicht wissen, ob er vielleicht schon in einen Unfall verwickelt war. Und dann sind diese nicht mehr sicher.

Entspannt bleiben beim Unterwegsein

Auch diese Woche wurde nun schon wieder mit „Unterwegs mit Baby“ ein Thema behandelt wurde, was nichts mit deinen persönlichen Bedürfnissen und Herausforderungen zu tun hat. Es ist mir aber ein Anliegen gewesen, auch hierüber zu schreiben.

Und weil das so ist. kannst du zum einen die Übungen aus den vergangenen Wochen festigen und nicht direkt in die nächste Aufgabe stürzen. Überlege daher, welches Thema dich noch immer oder wieder vermehrt beschäftigt und nutze die Zeit, um im Mamamindful Journal daran zu arbeiten.

Zum anderen kannst du diese Woche Energien sammeln für die kommende Woche, denn da geht es wieder richtig weiter, und neue Herausforderungen liegen vor dir.

*Das ist ein Affiliatelink zu Amazon. Wenn Du über meinen Link etwas bei Amazon kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich wird aber nichts teurer!

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