Eine gute Mutter sein – Die Geheimnisse der Supermamas

Eine gute Mutter sein – ein Mammut-Thema!

In meinem letzten Artikel ging es ja darum, dass ich plötzlich anfing, mein Kind zu vergleichen. Die Vergleiche machten aber nicht vor meinem Kind halt. Natürlich fing ich auch an, mich selber mit andern Müttern zu vergleichen.

  • Mit den Müttern, die wie aus dem Ei gepellt in der Krabbelgruppe saßen.
  • Oder den Müttern, die super aufgeräumte Wohnungen hatten.
  • Mit den Müttern, die scheinbar alle Erziehungsratgeber gelesen hatten.
  • Und den Müttern, die fanatisch einem Erziehungsstil folgten.
  • Mit den Müttern, die im wunderbaren Einklang mit Ihrem Kind waren.
  • Auch den Müttern, die eine konfliktfreie Beziehung zu ihrem Partner hatten.
  • Mit den Müttern, die ihr Kind zu allen möglichen Babykursen angemeldet hatten.

Mit den Müttern, die alles perfekt organisiert hatten.

Wer ist schon eine gute Mutter?

Ich sah mich dasitzen, inmitten einer Welt voller Supermütter. Ungekämmt, die Wohnung noch immer voller Kisten, das Jesper Juul Buch halb aufgeschlagen und schon leicht verstaubt auf dem Nachttischchen.

Ich hatte immer noch keine Ahnung, welchem der vielen Erziehungsstile ich folgen sollte. Ich war viel zu sehr damit beschäftigt, mich und mein Baby am Leben zu halten und möglichst alle Termine über die Bühne zu bekommen.

Es erschien mir, als sei ich wirklich keine besonders gute Mutter.

Ich bemühte mich sehr, ich tat alles was ich konnte, aber die anderen schienen immer einen Schritt voraus. Und ich fragte mich ernsthaft, wann sie dies alles geschafft bekamen.

Deine Vergleiche mit anderen Müttern

Zum Glück habe ich eine Schwester. Ihre Kinder sind 11 und 8 Jahre älter als meine Tochter. Ich erinnere mich aber sehr gut daran, als die Große ganz klein war. Die Wohnung sah aus, als habe eine Bombe eingeschlagen. Meine Schwester stillte ununterbrochen. Mein Schwager versuchte verzweifelt aufzuräumen. Sie sahen müde, erschöpft und glücklich aus.

Wenn ich zu Besuch kam, liebte ich es mit meiner Nichte zu spielen. Damals habe ich mich gewundert, dass sie mir so lange Zeitfenster anvertrauten. Heute denke ich, dass sie vermutlich schnell einen Blitzschlaf gehalten oder endlich mal einen heißen Kaffee getrunken haben.

Das Bild, dass du selber von dir als Mama vermittelst

Das was ich in den Gruppen oder in den Kontakten mit den anderen Müttern erlebte, war anders. Es war ja nicht die Wirklichkeit, das wahre Leben. Ich glaube kaum, dass meine sehr selektive Wahrnehmung durch die eine Stunde Zusammensein in der Woche ein guter Querschnitt des Lebens dieser Frauen abbildete.

Ich fragte mich, was sie wohl über mich dachten. Es mag durchaus vorgekommen sein, dass ich mit meinem Psychotherapeutinnen-Gelaber bei der einen oder anderen auch den Eindruck der „Allwissenden“ hinterlassen habe.

Weil ich mich gerne über Erziehungstheorien und -methoden unterhalte wird bestimmt auch mal rübergekommen sein, dass ich ausgesprochen informiert bin.

War ich auch die „Mutter, die scheinbar alle Erziehungsratgeber gelesen hat“?

Im Kontakt mit anderen Müttern sein

Diese Vergleiche, aber vor allem der Neid, der daraus resultierte, war schlichtweg idiotisch. Wonach strebte ich eigentlich? Was war denn diese „Supermutter“ für mich?

Ich stieg aus der Vergleichswelt und dem gegenseitigen übertrumpfen aus. Wie es meine Art ist, begann ich einfach nachzufragen. „Mensch, wie machst du das, du siehst ja einfach super aus heute!“ oder „Diesen Ansatz finde ich sehr interessant. Kannst du mir mehr darüber erzählen?“. Und es interessierte mich ehrlich. Ich wollte etwas lernen.

Supermütter – gibt es die?

Viele Frauen streben nach einem Supermutterideal, und das ist auch gut so. Nach einem Vorbild zu streben gibt uns Energie, weiterzumachen und uns zu verbessern. Das geschieht jedoch nur, wenn es erreichbare Ziele sind, die wir uns stecken.

In der Psychoanalyse gibt es das Konzept der „ausreichend guten Mutter“. Etwas ironisch formuliert besagt es, dass man als Mutter eh so ziemlich alles nur falsch machen kann und dass das Bemühen unter bestimmten Rahmenbedingungen soweit ausreicht, um ein gesundes Kind zu erziehen.

Davon ausgehend war ich erst einmal erleichtert. Eine ausreichend gute Mutter, das würde ich hinbekommen.

Eine gute Mutter sein – So geht es

Aber was war mit der Supermutter? Hilfreich ist es, erst einmal das zu definieren, was eine Supermutter ist. Im Mamamindful Journal sind wieder alle Übungen zu finden.

Schreibe die Fähigkeiten auf, die eine Supermutter mitbringen soll. All das zu vereinen ist einfach unmöglich. Wer diese Superfrau findet, darf sie mir gerne vorstellen, ich hätte da mal ein paar Fragen.

Fakt ist doch, dass die meisten von uns sich durchschlängeln und durchschlagen und mit aller Kraft das Beste geben. Und das sollte erst einmal genügen und uns stolz machen.

Das Ideal der guten Mutter, der Supermutter

Zur persönlichen Weiterentwicklung empfehle ich, dieses Supermutter-Ideal ein bisschen zu modifizieren, so dass es tendenziell erreichbar ist. Und außerdem auch schon das zu notieren, was du als Supermutter schon mitbringst.

Vergiss bitte nicht:  Andere Mütter haben auch ihre Schwierigkeiten. Es fällt nur nicht auf. Du bist so super, dass du immer noch aufstehst und weitermachst. Eine echte Supermutter.