Unzufrieden mit Körper nach Schwangerschaft – Von innen beginnen

Unzufrieden mit Körper nach Schwangerschaft – Das geht den meisten Frauen so!

In den ersten Wochen und Monaten nach der Geburt meiner Tochter litt ich unter meinem veränderten Körper.

Es war mir klar, dass er so aussehen musste, er hatte immerhin eine wahnsinnige Leistung erbracht. Und mir war auch klar, dass es sich wieder ändern würde.

Schönheit von innen fühlen

Kurz vor dem ersten Geburtstag meiner Tochter war es soweit. Ich stillte schon eine Weile nicht mehr, mein Körper gehörte also schon wieder „ganz mir“. Dank meines anspruchsvollen Kindes hatte ich häufig wenig Zeit zu essen gehabt und dank der endlosen Spaziergänge waren die restlichen Kilos gefallen.

Ich hatte noch meine Schwangerschaftsstreifen und eine veränderte Körperform, aber der hormonbedingte Haarausfall war endlich auch vorbei und insgesamt war ich wieder auf dem Gewichtsniveau vor der Schwangerschaft gelandet.

Ich fand mich so schön wie nie.

Aus Schwangerschafts-Gewohnheiten rauskommen

Ich ging das erste Mal nach der Geburt wieder shoppen und kaufte mir einen sündhaft teuren Rock. Dann ging ich zum Friseur und ließ mir die Haare schneiden. Ich fühlte mich unsagbar gut.

Kaum einem in meiner Umgebung fiel das auf. Aber das war mir egal. Ich war eine schöne Mutter, wie ich es immer sein wollte.

Dazu muss ich sagen, dass ich vor allem im ersten halben Jahr kaum Wert auf meine äußere Erscheinung gelegt hatte. Das lag zum einen an der fehlenden Zeit, aber auch daran, dass es mir nicht besonders wichtig war. Andere Dinge waren mir einfach wichtiger.

Aus dieser neuen Gewohnheit wieder herauszukommen fand ich gar nicht so einfach. Es interessierte ja auch einfach (fast) keinen, was ich anhatte oder wie ich aussah.

Ansprüche an den Körper nach der Geburt

Ich hatte nie Ansprüche wie Heidi Klum oder wie sie alle heißen, schnell nach der Geburt wieder in der alten Form zu sein. Überhaupt strebte ich noch nicht einmal die alte Form an. Das hielt ich, nach all den Vitaminen die in der Schwangerschaft aus meinem Körper rausgesaugt worden waren, für unrealistisch.

Ich wollte einen gesunden Körper haben.  Mich wohlfühlen. Wobei der letzte Punkt der schwierigste schien, da ich mich auch mit Mitte 20 und 15 Kilo weniger nicht wohlgefühlt hatte. Aber ich war schließlich reifer und klüger, und wusste einiges mehr zu schätzen.

Zufriedener mit dem Körper werden

Mein Plan um weniger Unzufrieden mit Körper nach Schwangerschaft zu sein war relativ einfach und weit weg von Zauberwerk:

  • In der Stillzeit keine Diät, nur eine ausgewogene Ernährung.
  • Nach dem Rückbildungskurs ein leichtes Sportprogramm aufnehmen und dies langsam steigern.
  • Nach der Stillzeit Weiterführung der gesunden Ernährung.
  • Regelmäßiges Beautyprogramm
  • Positive Selbstansprachen

Wer sich gut belesen hat im Bereich der gesunden Lebensführung, dem werde ich jetzt nicht viel Neues erzählen. Trotzdem möchte ich es benennen. Denn nur das reine Wissen um die richtigen Dinge heißt ja noch lange nicht, dass wir es auch tun.

Ausgewogene Ernährung

Die Basis einer ausgewogenen Ernährung besteht nämlich – wer hätte es gedacht – aus der Ausgewogenheit. Es geht nicht darum, auf irgendetwas zu verzichten, es geht darum, in Maßen zu konsumieren.

Die Bausteine Eiweiß, Kohlehydrate, Fett und Zucker sollten folgendermaßen genossen werden: viel Eiweiß, in Maßen Kohlehydrate, wenig Fett, wenig Zucker.

Beim Einkaufen anfangen

Dabei habe ich mir einen Leitsatz zum Thema Einkauf von Lebensmitteln zu Herzen genommen: bestehen Nahrungsmittel aus mehr als drei Zutaten, kaufe ich sie nicht. Dabei verzichtet man auf viele versteckte Fette und Zucker, zum Beispiel in Müsli oder Fruchtjoghurt.

Klar esse ich manchmal lieber das zuckerreiche Knuspermüsli als Dinkelflocken. Aber es tut meinem Körper einfach nicht gut. Und da kommt nämlich der stärkste Faktor einer gesunden Ernährung zu tragen: Disziplin. Ohne geht es leider nicht.

Für umsetzbar und erfolgsversprechend halte ich einige Kernpunkte, die ich im Mamamindful Journal für dich zusammengefasst habe.

Ohne Bewegung geht es nicht

Selbst wenn jemand die beste und sauberste Ernährung hat, sich aber nicht ausreichend bewegt, wird er nicht die Erfolge verbuchen, die er sich wünscht. Um den Körper zu formen müssen die Muskeln angestrengt werden, damit sie sich aufbauen. Daher reicht leider der Spaziergang nicht aus.

Es ist egal, wie der Körper gefordert wird, ob durch Joggen, Yoga, im Sportverein oder im Fitnessstudio. Er muss jedoch unbedingt über eine Komfortzone hinweg angestrengt werden. Zweimal die Woche sind Pflicht, dreimal ein Traum. Am besten müssen diese Zeiten mit dem Partner abgesprochen werden und so gelegt sein, dass der Partner dann Babydienst übernehmen kann.

Regelmäßige Beauty-Zeiten

Und wenn der Partner dann den Babydienst übernommen hat, kann er direkt noch eine Schicht in der Woche übernehmen. Ein Termin ist nämlich der Körperpflege vorbehalten.

Eine halbe Stunde, mehr ist manchmal gar nicht nötig. In dieser Zeit habe ich mich nur meinem Körper gewidmet. Ob es sich um Augenbrauen zupfen oder Beine eincremen gehandelt hat, ob ich mir die Nägel lackiert oder eine Haarkur gemacht habe – sich die Zeit zu nehmen, um den eigenen Körper zu kümmern, ist einfach ein wichtiger Schritt in Richtung Wohlbefinden.

Ehrlicherweise muss ich dazu sagen, dass der Anblick meines Mutter-Körpers meine Stimmung oft eher verschlechtert als gehoben hat. Daher habe ich mich zunächst nicht mit den unerfreulichen Bereichen beschäftigt, sondern mit den Fingernägeln angefangen.

Positive Selbstansprache

Und genau bei diesen beispielhaften Fingernägeln habe ich auch mit der positiven Selbstansprache angesetzt.

Ich schrieb ja schon, wie schwierig mir die Freundschaft mit meinem neuen Körper fiel. Um Sätze zu finden, hinter denen ich wirklich stand und die ich mit selber vorsprechen konnte, musste ich zu Beginn ganz schön lange suchen.

Im Mamamindful Journal findest du wieder die passende Übung dazu. Dort habe ich meine ausgewählten Sätze notiert und Platz gelassen für deine positive Selbstansprache zu deinem Körper.

Lernen, den Körper anzunehmen

Bei der Suche nach den Merkmalen, die mein Wohlbefinden und meine Schönheit ausmachen bin ich nicht nur auf äußerliche Dinge gestoßen, sondern auch mein Wesen. Unzufrieden mit Körper nach Schwangerschaft ist schließlich eine innere Bewertung.

Und damit meine ich nicht das, was auch die Schönheit ausmacht wie die Intelligenz oder den Witz. In diesem Artikel geht es ja schon auch um die äußere Schönheit. Und in den meisten Fällen ist diese ja schon wichtig (wenn auch vielleicht nicht so wichtig wie vor der Geburt).

Aber…

In Bezug auf meine Liste höre ich schon das ein oder andere „Aber“: „Ich möchte nicht nur schöne Hände, ich möchte auch einen flachen Bauch, der ist so grässlich!“.

Auf der Suche nach positiven Dingen stößt man oft vor allem auf die negativen Sachen, und da erscheint das Schöne plötzlich nicht ausreichend.

An der Unzufriedenheit arbeiten – den Körper lieben lernen

Psychologisch spricht man hier von Reaktanz, es ist also ein ganz normales Phänomen. Dennoch kann diese Übung helfen. Wenn du etwas findest, wo du tatsächlich hinter stehst, dann kannst du dich auch darauf konzentrieren.

Es heißt nicht, dass du dich mit der Situation abfinden sollst. Es geht vielmehr darum eine Basis zu schaffen, auf der man weiterarbeiten kann.

Innere und äußere Schönheit

Ich glaube an das Zusammenspiel von innerer und äußerer Schönheit und der Balance dazwischen. Daher glaube ich auch, dass eine gesunde Ernährung die Schönheit von innen stärkt und ein zufriedener Mensch schöner ist. Aber ebenso glaube ich daran, dass schicke Klamotten und ein kluges Make-up unglaublich viel rausreißen können. Wie so oft glaube ich also an den Mittelweg.

Und außerdem: ich halte es sowieso für absolut unsinnig, dass Frauen immer „nur“ schön sein müssen oder über die äußere Erscheinung direkt auf andere Bereiche geurteilt wird. Jede kann und sollte sich schön fühlen, auch ohne lackierte Nägel oder sonstige Klischees. Unzufrieden mit Körper nach Schwangerschaft ist etwas, was innen beginnt…