Erschöpfung Mutter Baby – MOMBIE Zeiten

Erschöpfung Mutter Baby – besser kann man es kaum zusammenfassen. An mehreren Stellen in meinen Blogartikeln erwähne ich, wie anstrengend ich die erste Zeit erlebt habe. Das was es am besten beschreibt ist: Müdigkeit. Erschöpfung.

Nie hätte ich gedacht, dass ich so etwas erleben würde. Mein Kind schlief nicht länger als zwei bis drei Stunden, wenn sie wach war wollte sie getragen werden, gestillt oder bespielt werden. Sie war kein unglückliches Kind, meistens war sie sehr fröhlich. Vorausgesetzt, ich schenkte ihr meine volle Aufmerksamkeit.

Passierte dies nicht, schrie sie. Sie jammerte nicht, sie schrie. Manchmal lag ich neben ihr während sie schlief und in meinem Kopf war das Schreien immer noch zu hören.

Ich tat alles, was ich konnte. Aber mit anhaltender Dauer dieses Zustandes verließen mich immer mehr die Kräfte. Ich wollte nur noch schlafen. Eine Nacht durchschlafen. Einmal aufwachen, und mich erfrischt fühlen.

Neues Level der Erschöpfung

Ich war zu einem Mombie (Mom + Zombie) geworden. Mein Akku war leer. Das interessierte mein Kind allerdings herzlich wenig.

Ich bekam richtig Panik, dass sie bald aufwachen würde, wenn sie schlief. Ich konnte mich gar nicht mehr entspannen.

Für mich war es so, als wäre ich feiern gegangen, hätte die Nacht durchgemacht und sei am nächsten Morgen direkt zur Arbeit gegangen, ohne Schlaf. Oder eher, als hätte ich das eine Woche lang so praktiziert. Und wenn das früher einmal der Fall gewesen war, dann war ich so müde und freute mich auf den Abend um endlich zu schlafen. Doch jetzt kam dieser Abend nicht mehr. Ich konnte nicht schlafen.

Ich brauchte dringend eine Idee, um zu überleben. Aber ich hatte keine.

Normalzustand: Mamas Akku ist leer

Inzwischen glaube ich, dass diese Erschöpfung und Überforderung bei fast allen Müttern auftritt. Wenn ich früher Mütter sah, fiel mir das nicht auf. Da erscheinen alle so gut gelaunt und glücklich mit ihrem Kind im Kinderwagen.

Wenn ich heute eine Mutter mit Kinderwagen sehe, sehe ich die Augenringe, die nicht gekämmten Haare, den zusammengepressten Mund oder den leeren Blick, den ich als Sekundenschlaf werte.

Daher muss ich jetzt einmal sagen: Ihr alle seid Heldinnen! Ihr zapft eure letzten Kraftreserven an, ihr haut alle Energie für das Kind raus, es ist übermenschlich!

Meine Übung für diese Woche ist leider kein Wundermittel. Wie schon in dem Artikel über das Schlafen habe ich nur drei Ideen, die es etwas ertragbarer machen.

Das kannst du tun gegen die Erschöpfung als Mama mit Baby

Als erstes habe ich mir wieder eine Selbstansprache überlegt. Mein geliebter Satz:

„Es ist alles nur für eine begrenzte Zeit.“

Ich musste akzeptieren, dass es für mich jetzt keinen Schlaf gab. Dass meine Bedürfnisse gerade nicht im Vordergrund standen. Dass ich jetzt durchhalten musste.

Also half mir nur, mich auf die zeitliche Begrenzung der Situation zu beziehen. Anders konnte ich es mir nicht „schönreden“. Im Mamamindful Journal habe ich Platz gelassen für deine eigene Selbstverbalisation.

Es sollte übrigens bis zum 8. Lebensmonat meiner Tochter dauern, bis sie mehr als drei Stunden am Stück schlief. Ich erinnere die Situation noch genau. Sie fing an sich bemerkbar zu machen, ich legte sie im Halbschlaf an, und wie gewohnt schaute ich auf mein Handy um zu sehen, wieviel Uhr es war. Es war 5.52 Uhr. Das letzte Mal hatte ich um Mitternacht darauf geschaut. Als mir klar wurde, was dies bedeutete, erfüllte mich eine wahre Freude und ich fühlte mich so gut wie selten nach dem Aufwachen. (Allerdings blieb dies ein One-Hit-Wonder. Ab dem ersten Geburtstag dehnten sich die Schlafphasen auf fünf bis sechs Stunden aus. Und dies ist bis heute immer noch so.)

Quellen der Kraft gegen das Ausbrennen

Als zweites habe ich erneut wieder eine Lebensanalyse betrieben. Verzweifelt schaute ich, was mir Energie und Kraft geben konnte. Diese Übung kennt ihr schon aus dem Blogartikel Schlafen.

Ich habe sie einfach noch einmal aktiviert um die Erschöpfung als Mutter vom Baby zu überwinden.

Ein Blick in euer Mamamindful Journal kann hilfreich sein. Vielleicht gibt es ja noch etwas zu ergänzen?

Such dir Hilfe!

Als drittes habe ich vor mir selber zugegeben, dass Supermutti nicht alles alleine schafft. Ich habe um Hilfe geschrien.

Leider wohnen meine Eltern etwas weiter entfernt. Aber ich habe sie eingeladen. In meine Chaoshütte, zu meinem schreienden Kind. Meine Mutter hat mein Kind gepuckt, das wollte ich eigentlich nicht, und sie im Kinderwagen durch die Gegend geschoben. Sie hat nicht gebrüllt und ist fröhlich wieder hier angekommen.

Mein Vater hat stundenlang Dinge vor die Nase meiner Tochter gehalten. Geräusche und Gesichter gemacht. Gerasselt, geklingelt, geraschelt, alles was die Spielzeugkiste hergab.

Ich war nie dankbarer in meinem Leben.

Babys sind anstrengend – Deine Erschöpfung ist normal

Wenn ich heute Mütter mit kleinen Babys sehe, dann bin ich voller Mitgefühl. Wie tapfer sie ihr Kind über die Straße schieben, wie mühsam sie lächeln und wie verzweifelt sie sich Ruhe wünschen.

Ich glaube, dass es sehr gut ist, dass einem keiner vorher wirklich berichtet, was für eine Massivität dieser Zustand sein kann. Man könnte es sich eh nicht vorstellen.

Und noch etwas Interessantes habe ich herausgefunden: wenn ich mit Mütter älterer Kinder spreche, berichten sie von einem sehr anstrengenden ersten Jahr. Und dann berichten sie von wunderschönen weiteren Jahren. Die auch anstrengend sind. Aber, sollte man ihnen Glauben schenken, anders anstrengend.

Als ich einer Freundin mein Leid klagte, die zwei Kinder hat, sagte sie zu mir: „Wenn man durch das Tal durch ist, dann kann man alles schaffen. Keine Aufgabe ist unlösbar, wenn man so erschöpft einfach immer weiter gemacht hat.“.

Wenn du die Worksheets und Infosheets direkt anschauen möchtest, klicke hier.