Beikost Einführung: Plan zum Start (neue Erkenntnisse und aktuelles Wissen)

Beikost Einführung Plan und Erfahrungen – Das zählt doch eigentlich nicht zu den typischen Themen im Mamamindful Journal.

Diese Woche gibt es wieder eine Pause von der Arbeit an der eigenen Person und ich stürze mich auf ein Thema, was einfach so viel Zeit und Nerven in Anspruch genommen hat. Daher gibt es diese Woche sinnbildlich für diese Phase keine Aufgaben, sondern nur Tipps und Hinweise zum Thema Beikost.

Meine Tochter saß schon mit uns am Tisch, als sie noch immer exklusiv gestillt/ mit der Flasche gefüttert wurde. Sie begann, begierig auf unser Essen zu schauen, danach zu greifen, sie fand es höchst interessant und schmatzte vor sich hin, als würde sie tatsächlich etwas kauen.

Empfohlen ist der Beginn der Beikost zwischen dem 5. und 7. Lebensmonat.

Reifezeichen Beikost Einführung

Bevor begonnen wird, sollten die Reifezeichen beachtet werden, die ein Baby mitbringt um sich anderer Nahrung zuwenden zu können.

  • Es sollte aufrecht sitzen können.
  • Es sollte den Kopf eigenständig halten können.
  • Es zeigt Interesse an dem Essen anderer.
  • Es sollte zeigen, dass es auch etwas davon haben möchte.
  • Es sollte den Mund öffnen, wenn ein Löffel kommt.

Unsere Tochter vereinte all dies. Und weil das Thema Stillen und Zufüttern bei uns ja nicht unbedingt eine reine Erfolgsgeschichte war, konnte ich den Tag des ersten Breis kaum erwarten. Ich hoffte auf den Durchbruch: dass mein Kind endlich einmal satt war und lange schlummern würde.

Beikost Einführung – Der Plan

Mein Beikost Einführung Plan

Meine Recherchen ergaben eine ganz eindeutige Reihenfolge.

Woche 1

Mittags Gemüsebrei aus einer Sorte Gemüse (die ganze Woche nur die eine Sorte, ich nahm Karotte)

Woche 2

Mittags Gemüsebrei aus einer Sorte Gemüse (Ich nahm Pastinake).

Woche 3

Mittags Gemüsebrei aus einer Sorte Gemüse plus Kartoffel (wieder Karotte)

Woche 4 

Mittags Gemüsebrei aus einer Sorte Gemüse plus Kartoffel (wieder Pastinake)

Woche 5

Mittags Gemüsebrei aus einer Sorte Gemüse plus Kartoffel (andere Sorte Gemüse möglich, ich nahm Kürbis)

Nachmittags Obstbrei aus einer Sorte Obst (Ich nahm Apfel).

Woche 6

Mittags Gemüsebrei aus einer Sorte Gemüse plus Kartoffel (andere Sorte Gemüse möglich, ich nahm Spinat).

Nachmittags Obstbrei aus einer Sorte Obst (Ich nahm Birne).

Abends Milchbrei (hier nahm ich wieder die Holle Produkte).

Woche 7

Wie Woche 6, nur mit anderem Gemüse und Obst.

Woche 8 

Morgens Obstbrei aus einer Sorte Obst (Ich nahm Aprikosen).

Mittags Gemüsebrei aus einer Sorte Gemüse plus Kartoffel (andere Sorte Gemüse möglich, ich nahm wieder Karotte).

Nachmittags Obstbrei aus einer Sorte Obst (Ich nahm Apfel).

Abends Milchbrei (hier nahm ich wieder die Holle Produkte).

Woche 9 & 10 

So belassen wie Woche 8.

Tipps zur Beikosteinführung

Meine weiteren Vorschläge:

  • Darauf achten, dass Südfrüchte erst ab dem 8. Lebensmonat gegeben werden, Kiwis und Erdbeeren erst ab dem 10. Lebensmonat, Ananas sogar erst ab dem 12. Lebensmonat.
  • Kohl, Hülsenfrüchte usw. auch erst ab dem 8. Lebensmonat.
  • Keine Gewürze, kein Salz.
  • Bei der Beikost immer Getränke anbieten, am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
  • Nicht zu schnell zu viel anbieten, da der kleine Babymagen sich erst einmal daran gewöhnen muss.

Soweit mein Beikost Einführung Plan. Ich finde ihn heute immer noch super. Daher habe ich ihn auch in das Mamamindful Journal eingefügt, damit du ihn ausdrucken und benutzen kannst.

Es gab nur ein Problem. Ich hatte die Rechnung ohne meine Tochter gemacht. 

Schwierigkeiten bei der Einführung der Beikost

Sobald ich das erste Mal das ungewürzte, fein passierte Demeter-Gemüse auf den Löffel schaufelte und meiner Tochter in den Mund führte, war der Unmut groß. Sie wollte nicht.

Karotte, Spinat, Kürbis hinterließen die wunderbarsten Flecken überall, nur gelang nicht ein ganzer Löffel in mein Kind.

Ich habe Freundinnen, die von selig schmatzenden Babys berichten, die den Mund aufreißen und gar nicht genug bekommen. Das wollte ich auch. Ich wollte die ganzen guten Nährstoffe in mein Kind füttern.

Bereits in Woche 2, nach 10 erfolglosen Versuchen und einer Menge selbst verspeistem Babybrei, schwenkte ich direkt auf Obst um. Soll man ja nicht, weil zu süß. Und wenn Kinder erst was Süßes bekommen, wollten sie nachher nicht mehr das nicht so süße.

Geduldig bleiben beim Beginn der Beikost

Ich wollte aber unbedingt ein Erfolgserlebnis. Doch auch mit diesem Trick hatte ich kein Glück.

Aufgeben wollte ich noch nicht. Ich kaufte ein fertiges Gläschen (wollte ich nieeeeee tun), natürlich bio und demeter. Aber auch das stieß nicht auf Gegenliebe.

Gut, ich beschloss ein anderes fertiges Gläschen zu kaufen. Und noch eins. Alle Sorten. Köstliche Kombinationen. Alle Marken. Gemüse und Obst. Teuer und günstig. Selbst mit Fleisch. Das hatte ich auch eigentlich nicht vor.

Alles vergeblich. Meine Tochter wollte nicht.

In Woche 8 kapitulierte ich schließlich. Meine Tochter mochte einfach keinen Brei. Verzweifelt überlegte ich, wie ich denn jetzt die Nährstoffe in mein Kind bekommen würde. Es brauchte doch die Vitamine!

Baby Lead Weaning (BLW) statt Brei

Wir landeten schließlich bei Baby Lead Weaning und mein Beikost Einführung Plan landete in der Ecke.

Baby Lead Weaning ist ein amerikanischer Trend, der sich von Brei abwendet und direkt auf Lebensmittel zurückgreift, die das Kind selbständig greifen und sogar kauen kann.

Dabei half mir ein tolles Buch* mit vielen Rezepten mit geringer Verschluck-Gefahr. Über die Zeit hinweg gelangen tatsächlich kleinste Mengen Essen in mein Kind.

Die absoluten Highlights waren übrigens Avocado und Ei, aber nur das Eiweiß. Mein Kind machte scheinbar die Atkins-Diät.

Bei BLW gelassen bleiben

Über die Zeit habe ich gelernt, gelassener zu sein und mich damit abzufinden, dass meine Tochter keine gute Esserin ist. Ich vertraue darauf, dass die kleinen Körper schon genau wissen, was sie brauchen.

Meine Cousine, eine Hebamme, erzählte mir mal von einer Studie aus einem Waisenhaus. Kleine Kinder bekamen täglich ein Büffet vorgesetzt, wo sie sich selber ihre Nahrungsmittel aussuchen konnten, ohne Vorschriften. Am Ende der Studie wurden die Gesundheitsparameter überprüft. Alle Kinder hatten gleich gute Werte, unabhängig von ihrer Nahrungswahl. Selbst das Kind, dass über Monate nur Leber gegessen hatte!

Noch mehr bewährte Tipps zum Beikost Start

Trotz meiner sehr vielfältigen Erfahrungen auf diesem Gebiet, oder vielleicht gerade deshalb, habe ich noch ein paar Tricks, die ich der Welt nicht vorenthalten möchte.

  • Statt Lätzchen* ein altes großes Tuch nehmen und oben ein Loch reinschneiden. Der Brei wird überall landen und die Flecken gehen nicht gut raus.
  • Zusätzlich keine Lieblingsklamotten während des Essens anziehen!
  • Geduldig sein und immer wieder anbieten. Studien sagen, dass ein Lebensmittel erst mindestens sieben Mal probiert werden muss, um gemocht zu werden.
  • Die Essenszeit etwas vorverlegen oder später festlegen. Vielleicht ist das Kind schon zu müde oder zu hungrig, oder noch nicht hungrig…
  • Das Kind selber das Essen erleben lassen, auch wenn danach die ganze Küche renovierungsbedürftig ist. Mal reinfassen ist erlaubt, es ist doch auch was Neues und interessantes.
  • Bunte Teller* oder Babylöffel* können das ganze auch noch attraktiver machen.
  • Auch wenn es Zeit kostet: lieber erst einmal selber kochen. Auch wenn auf der Fertignahrung kein Salz oder Zucker gekennzeichnet ist, alles was weniger als 5% darin enthalten ist, muss nicht gekennzeichnet werden.
  • Größere Mengen vorbereiten und einfrieren spart Zeit und Nerven. Bei den kleinen Mengen zu Beginn eignen sich Eiswürfelbehälter. Später hatten wir die Aufbewahrungsgefäße von Avent*.
  • Einen guten Ratgeber* zur Beikosteinführung zulegen.

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