Tipps Stillen – Me, myself and Milk

Tipps zum Stillen – von mir? Ich weiß ehrlich nicht, was ich vorher über das Stillen gedacht hatte. Ich dachte wahrscheinlich, ich lege das Kind an und fertig. Ich werde eine dieser glücklichen Mütter, die ihr Kind sanft wiegend im Café stillen, mit erleuchtetem Blick und einem schicken Tuch lässig über die Schulter geworfen, vor sich eine Tasse Yogi Tee stehend.

Weit gefehlt! Also zumindest zu Beginn während der Zeit im Krankenhaus. Mein Kind mühte sich ab, wirklich. Ich mühte mich ab, wirklich. Die Frau, die mit mir im Zimmer lag, das Kind zwei Tage älter, pumpte den halben Tag ab um den Milchfluss anzuregen. Die bemühte sich auch, wirklich.

Meine Brustwarzen taten einfach nur weh. Sie fingen an zu bluten. Jedes Mal wenn mein Kind ein Geräusch machte wollte ich heulen. Ich wollte sie nicht anlegen. Ich hatte Schmerzen. Es war schlimm.

Ob es an meiner Naivität lag oder an meiner mangelnden Vorbereitung – ich war überwältigt von dem Misserfolg und den negativen Gefühlen. Die natürlichste Sache der Welt wurde schnell zur schmerzhaftesten Sache der Welt.

WHO und Stillen

Die WHO empfiehlt 6 Monate Stillzeit. Nach 6 Monaten sind die wichtigsten Nährstoffe aufgenommen, Antikörper gebildet und das Kind bestmöglichst versorgt. Danach kann Stillen aus vielerlei Gründen sinnvoll sein, aber biologisch gesehen ist das Beste jetzt durch.

Gerade wenn man diese Studien liest sollte man sehr genau schauen. Oft ist eine längere Stillzeit angeraten. Hier muss man aber dringend beachten, dass es sich um Studien handelt, die alle Länder der Welt umfassen. Und hier ist es dann auch erklärlich, warum man in Gebieten mit schlechter sauberer Trinkwasserversorgung das Stillen einer Flaschennahrung vorzieht.

Der unbändige Wunsch, die Brust zu geben

Aber eigentlich soll es jetzt gar nicht um eine Diskussion über das Stillen an sich gehen- das schauen wir uns erst nächste Woche an.

Was ich eigentlich damit sagen möchte, ist dass ich es unbedingt wollte. Ich wollte Stillen. Und ich glaube, dass das eine Voraussetzung und ein echter Trick ist, um durch diese ersten Wochen zu kommen. Wenn ich es nicht wirklich gewollt hätte, hätte ich nach dem ersten Tropfen Blut aus meiner Brust das Handtuch geworfen. Und ich hätte es mir auch in keinem Falle vorgeworfen. Ich hatte es versucht. Es ging nicht.

Gerade in der ersten Zeit hätte ich mich viel mehr über praktische Tipps gefreut. Es gibt so vieles, von dem ich nicht wusste. Und zwar für alle Problembereiche: von richtigem Anlegen über Schmerzlinderung bis hin zu Milchsteigerung.

Praktische Tipps zum Stillen

Die Brust zu geben war nicht immer leicht. Dafür habe ich praktische Tipps für dich gesammelt, die mir geholfen haben. 

  • Die Hebamme ausquetschen (Ich habe sie so geliebt dafür, dass ich ihr alle dummen Fragen stellen konnte, heulen oder verzweifelt sein konnte).
  • Gegen die Schmerzen das Beste, eine wahre Wohltat und wie ein Geschenk des Himmels für mich: Multimam Kompressen*.
  • Auch gegen die Schmerzen: Möglichst nackt rumlaufen- keine Reibung in keiner Art und Weise.
  • Um den Milchfluss anzuregen: Die wirklich tolle Medela Pumpe*, mit der ich viele Stunden meines Lebens verbracht habe, und die wirklich praktische Aufbewahrung* für die Milch, das wertvolle Gut!
  • Noch mehr Milchproduktion versprach auch Tee* und Bockshornklee Kapseln*, die ich auch noch zu mir genommen habe. Letztere sorgten dafür, dass ich immer leicht nach Curry roch. Das habe ich aber für die super Wirkung gerne in Kauf genommen. Auch Moringa Kapseln* haben noch einen Boost gebracht.
  • Um meinen unbändigen Durst zu stillen habe ich Literweise getrunken, ich hätte einen See austrinken können. Habe mir dafür extra eine schöne Flasche* gekauft, um mir das Ganze noch attraktiver zu machen.
  • Wenn ich kein Wasser mehr sehen konnte: ebenfalls viiiiiiiele Flaschen Malzbier, da gut für die Milchbildung.
  • Tipps für die Ernährung (hätte ich gewusst, dass man IMMER NOCH nicht wieder alles Essen darf!) fand ich vor allem in diesem tollen Buch*.
  • Und für die laaaaaange Zeit auf dem Sofa mit meinem Kind an der Brust habe ich mich mit einigen lustigen und interessanten Büchern* versorgt (wenn ich nicht eingeschlafen bin).

Stillen in Phantasie und Realität

Meine erste Stillzeit bestand eigentlich aus einem ständigen Wechsel von Stillen, Abpumpen, Desinfizieren. Es war nicht schön, es war nicht wie in dem verklärten Latte Macchiato Bild, dass ich hatte.

Natürlich gibt es hier viele Unterschiede zwischen uns Frauen. Die wenigsten erleben keinerlei Stillprobleme- das ist ja auch noch einmal interessant zu wissen. Es ist also normal zu hadern und Schwierigkeiten zu haben, das ist kein persönliches Versagen!

Ein emotionaler Tipp zum Schluss…

Wer gerade an dieser Stelle steht, an der ich damals stand, dem möchte ich noch nicht einmal einen Tipp geben. Wenn es nicht geht und dir die Kraft fehlt- lass es. Von mir aus gib dem ein oder anderen Tipp zum Stillen noch eine Chance. Tu, was dich glücklich macht.

Dein Kind wird auch mit der Flasche absolut super versorgt. Wenn du, wie ich, unbedingt noch durch ein Tal der Schmerzen gehen willst, dann sei dir gesagt: es wird besser, und es kann sich lohnen.

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