Schlafstörung Mutter – Der Traum vom Träumen

Schlafstörungen Mutter – Das ist üblicher, als du denkst!

Dem Thema Schlaf habe ich ja bereits zwei Artikel gewidmet. Nun tue ich dies noch ein drittes Mal. Der Fokus liegt dabei aber auf etwas anderem.

In meinem Fall passierte es nämlich, dass meine Tochter zunehmend mehr Stunden am Stück schlief. Was allerdings nicht passierte war, dass ich mehr Stunden am Stück schlief.

Ich lag wach. Lange. Ich grübelte. Wenn ich in den Schlaf fand, wachte ich nach 2-3 Stunden auf. Horchte wachsam. Wartete. Dachte nach.

Durch die Zeit des gestörten Schlafes hatte mein Körper anscheinend eine neue Routine angenommen, und die sorgte dafür, dass ich nicht mehr schlafen konnte.

Studienlage zu Schlafstörungen

Es gibt viele Studien dazu, was der Schlafentzug mit Eltern macht oder auch was Schichtdienst mit Menschen macht. Wirkt man dem natürlichen Schlafrhythmus entgegen, können eine Vielzahl von psychischer Belastungen, körperlicher Erkrankungen oder ähnliches folgen. Zumindest steigt das Risiko für die Entwicklung solcher Schwierigkeiten enorm.

Da ich vorher immer sehr gerne und viel geschlafen habe, war mir die Dramatik der Schlafstörungen nur theoretisch bekannt. Ich hatte viele hundert Patienten mit Schlafstörungen behandelt, aber erst jetzt konnte ich persönlich nachvollziehen, was für ein Leid diese Menschen erfahren haben.

Ich hatte eine Schlafstörung. Mutter hin oder her, ich musste etwas tun.

Das kannst du gegen Störung des Schlafs tun

Gerade weil ich diese Expertise hatte, wollte ich natürlich alles tun, um meinen Schlaf wieder einzurenken. Klar, mein Einfluss auf den Babyschlaf war begrenzt, aber der Einfluss auf meinen eigenen Schlaf war noch vorhanden. Also tat ich das, was ich auch meinen Patienten vorher angeraten hätte.

  • Regeln zur Schlafhygiene etablieren.
  • Phantasiereisen durchführen.

Die Gründe für die Schlafstörung als Mutter wollte ich diesmal nicht näher betrachten. In jeder anderen Situation hätte ich das für sehr sinnvoll gehalten. Aber ich ahnte ja, was der Grund dafür war und ich wollte an die Symptome ran, ohne mich lange mit den Hintergründen zu befassen (etwas, was in der Verhaltenstherapie durchaus möglich und gangbar ist).

Schlafhygiene für einen besseren Schlaf

Spaßeshalber zähle ich mal einige Regeln auf, die ich oft mit meinen Patienten erarbeitet habe:

  • Immer zu einer ähnlichen Uhrzeit ins Bett gehen.
  • Zwei Stunden vor dem Schlafengehen nicht mehr essen.
  • Zwei Stunden vor dem Schlafengehen kein Alkohol und keine Zigaretten.
  • Ein Ritual schaffen, der den Körper vom Tag auf die Ruhezeit vorbereitet.
  • Schlaffördernde und angenehme Atmosphäre im Schlafzimmer (Einrichtung, Dekoration, Beleuchtung)
  • Kein Fernseher, kein Tablet, kein Handy.
  • Keinen Mittagsschlaf machen.
  • Wenn man nicht einschlafen kann, nach einer halben Stunde das Bett verlassen und eine unliebsame Tätigkeit durchführen (zum Beispiel Bügeln).
  • Das Bett ist nur zum Schlafen da, sonst dort nicht aufhalten.

Schlafhygiene umsetzen als Eltern

Welche dieser Regeln war für mich überhaupt noch umsetzbar? Ich träumte davon, jeden Abend um die gleiche Zeit ins Bett zu gehen, ich träumte von regelmäßigen Mahlzeiten. Na gut, Suchtmittel konsumierte ich gerade nicht.

Mein Abendritual bestand aus Zähne putzen und so schnell wie möglich ins Bett. Eine angenehme Atmosphäre war dank Beistellbett, diversem Babykram und Wäschekörben auch nicht mehr gegeben.

Die einzige Zeit, in der ich in Ruhe meine Kontakte via Handy pflegen konnte, war im Bett. Mittagsschlaf machte ich, sofern es meine Tochter zuließ, sehr gerne. Ich hätte mir lieber eine Hand abgehackt als das kuschelige Bett zu verlassen, wenn ich nicht schlafen konnte. Manchmal schlief ich allerdings auch mit ihr auf mir drauf direkt ein.

Und ich stillte im Bett, ich kuschelte dort mit meinem Kind, manchmal wickelte ich sie da, es spielte sich anfangs viel im Schlafzimmer ab.

Mir schien meine Liste eine Farce. Für Menschen mit Luxusproblemen wie Zeit oder Selbstbestimmung gemacht. Ich brauchte eine Alternative. Die bestand aus einer neuen Liste. Diese habe ich, wie übrigens auch die originalen Regeln, in dein Mamamindful Journal geschrieben.

Phantasiereisen gegen Schlafstörung als Mama

Ich bin ein Mensch, der gerne phantasiert. Das habe ich schon als Kind gemacht. Daher ist mir das Konzept von Phantasiereisen wohl bekannt. Ohne zu wissen, dass es Leuten beigebracht wird, bringe ich mich so eigentlich schon mein ganzes Leben in den Schlaf.

Manche Menschen sind weniger in diese Richtung ausgeprägt und mögen mehr Schwierigkeiten haben, sich etwas auszudenken oder vorzustellen. Vielleicht ist es auch nicht die richtige Methode für diese Leute, aber es ist immer einen Versuch wert.

Daher möchte ich mit dir meine Lieblingsphantasiereise im Mamamindful Journal teilen.

Da ich das Meer liebe, handelt meine Phantasiereise vom Meer. Sie kann natürlich beliebig ausgeschmückt oder verändert werden. Manchmal ist es zu Beginn einfacher, sich einen Ort vorzustellen, wo man bereits einmal war und an dem man sich sehr wohl gefühlt hat.

Es muss auch nicht das Meer sein. Es kann ein Berg sein, ein Platz, ein Garten, ein Waldstück oder ein Ufer, es spielt gar keine Rolle. Es sollte ein Ort sein, den man sich gut vorstellen kann und wo man gerne sein würde. Und es sollten möglichst viele Sinne angesprochen werden.

In diesem Sinne: Gute Nacht.

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