Körper nach Geburt akzeptieren – Neue Impulse und Möglichkeiten

Körper nach Geburt akzeptieren – Geht das überhaupt? Nachdem das Wochenbett vorbei war und ich mich wieder auf die Straße traute, mein Kind inzwischen gut trank und gut gedieh, wanderten meine Gedanken schließlich wieder zu mir und meinem eigenen Körper zurück.

Die Schwangerschaft und Geburt waren gelaufen, und mein Körper hatte kaum mehr was mit dem zu tun, der er vor gut einem Jahr gewesen war. Und das erlebte ich als sehr, sehr belastend.

Ich war tatsächlich kein Supermodel, dass sich zehn Wochen nach der Geburt im Bikini ablichten lässt, ich hatte Speckrollen an allen möglichen Stellen, mein Versuch in alte Hosen zu kommen scheiterte schon am Oberschenkelumfang. Es gibt aus dieser Zeit hunderte Fotos von meinem Kind – von mir gibt es kein einziges.

Alles anders nach der Schwangerschaft

Dehnungsstreifen, überschüssige Haut, überdimensionale Augenringe, schlechte Haut, Haarausfall ohne Ende, spannende Brüste (ich war voller Sorge wie das nach dem Stillen aussehen würde!), ein ungefärbter Haaransatz von mittlerweile einem Jahr, unrasierte Beine, praktisch kurze Fingernägel und Jogginghose.

Kurzum- ich mochte mich nicht. Die gewaltige Leistung meines Körpers konnte und wollte ich nicht anerkennen, ich wollte nur meinen „alten“ Körper zurück, der mir vorher auch nie gefallen hatte und plötzlich vorkam wie der heilige Gral.

Ich wollte keine Diät machen, da ich noch stillte, ich durfte kein Sport machen außer der Rückbildung- ich fühlte mich gefangen. Ich musste mich wohl oder übel mit der Situation arrangieren.

Daher überlegte ich mir folgendes, um dies zu tun:

  • Pflege meines Körpers
  • Analyse meiner Selbstwahrnehmung
  • Positive Affirmationen.

Körper nach der Geburt bewusst pflegen

Meine erste Intervention bestand darin, dass ich mir diverse kleine Wohlfühlaktionen ausdachte. Anders als in meinem „alten“ Leben, wo ich durchaus auch mal ein ganzes Wochenende in einer Therme verbrachte und mich ganz um meinen Körper kümmerte, musste es etwas sein, was ich in den kurzen Phasen durchführen konnte, in denen mein Baby schlief und ich nicht. Diese begrenzten Zeitfenster nutzte ich für kleinere Körperpflegeaktionen wie zum Beispiel

  • Ein Schaumbad nehmen.
  • Den ganzen Körper eincremen.
  • Die Nägel pflegen und Hände eincremen.
  • Eine Gesichtsmaske machen.
  • Eine schöne Haarkur machen.
  • Ein Fußbad nehmen.

Das mag sich alles lächerlich anhören, und mein kinderloses Ich lacht im Hintergrund über diese Maßnahmen. Doch für mich war es unwahrscheinlich wichtig, mich wenigstens im Kleinen wieder mit meinem Körper anzufreunden.

Für jeden Tag brauchte ich mir das nicht vorzunehmen, manchmal war ich schon froh, wenn ich es schaffte, zu duschen. Also plante ich einmal die Woche ein, und meist gelang mir sogar mehr. Dabei war das alles nicht immer angenehm, denn es bedeutete ja, dass ich mich mit meinem Körper beschäftigen musste. Dennoch wollte ich meinen Körper pflegen und mich auch irgendwie dafür bedanken, was er alles geleistet hatte.

Die kleinen Schritte sind manchmal das, was man braucht. Jede Mama, die gerade ein kleines Baby trägt, sollte etwas für sich machen, und sei es nur fünf Minuten lang. Wenn es nicht mehr Zeit gibt, muss mit dem gearbeitet werden, was man hat. Unterstützung hierzu findest du wieder im Mamamindful Journal.

Körperbild nach der Geburt überprüfen

Weil die Wahrnehmung meines Körpers so unsagbar schlecht war, beschloss ich auch hier aktiv zu werden. Es gibt eine Übung aus der Arbeit mit Essstörungen, die perfekt passt. Auch bei dieser Erkrankung geht es ja darum, dass die eigene Wahrnehmung des Körpers und die Außenwahrnehmung oft sehr stark auseinander geht. Ziel ist ein gnädigerer Umgang mit dem eigenen Körper und ein angepassteres Körperbild.

Diese Übung kannst du im Mamamindful Journal durchführen. Vielleicht wirst du überrascht sein, was dir alles einfällt und wie du die Übung erlebst.

Positiv mit und über deinen Körper nach der Geburt reden

Auch hier habe ich wieder eine meiner Lieblingsübungen angewendet. Sie ist dir ja jetzt schon bekannt. Auch zu diesem Thema können positive Sätze zu dem Problem gesammelt und regelmäßig gelesen oder gesprochen werden.

In Bezug auf die gesamte Situation habe ich einige Favoriten:

  • Ich möchte mir gegenüber gnädig sein.
  • Ich mache einen tollen Job. Ich habe gerade eine der härtesten Aufgaben der Welt.
  • Ich verdiene eine Medaille dafür, dass ich immer noch die Kraft in dir finde, einen Tag zu bewältigen.

Und in Bezug auf das negative Körperbild habe ich mir folgendes überlegt:

  • Mein Körper hat ein Jahr lang einen anderen Menschen gebildet und versorgt. Er braucht Zeit, sich wieder einzupendeln.
  • Mein Körper ist gesund. Ich kann atmen, mich bewegen, ich kann die Welt erleben.
  • Mein Körper hat ein Wunder vollbracht.

Auch hier kannst du wieder dein Mamamindful Journal zur Hand nehmen und deine positiven Sätze hinein scheiben. Am besten nimmst du sie dir von Zeit zu Zeit zur Hand, vor allem dann, wenn du wieder in negative Gedanken kommst. Je öfter sie gelesen werden, desto mehr verinnerlicht dein Gehirn ihre Bedeutung.

Das Denken bestimmt ja schließlich das Fühlen. Wenn positive Gedanken, auch mit Hilfestellung, gedacht werden, werden positive Gefühle folgen.

Wenn du die Worksheets und Infosheets direkt anschauen möchtest, klicke hier.