Was tun in Elternzeit – Neue Hobbys entdecken

Was tun in Elternzeit? Bevor meine Tochter geboren wurde, hatte ich viele Hobbies. Ich ging gerne zum Sport, ich traf mich gerne mit Freunden, ich machte gerne Handarbeiten und beschäftigte mich viel mit Inneneinrichtung und Kunst.

Der Wegfall vieler dieser Hobbys in der Elternzeit traf mich hart, und ich brauchte dringend etwas, was ich an diese leere Stelle rücken konnte. Und das sollte nicht mein Kind sein (das hatte schließlich alles andere übernommen).

Etwas Neues wagen – Aktivitäten aufnehmen

In den vielen dunklen Nachtstunden, in denen ich stillte, informierte ich mich über die Hobbys anderer Mütter. Es war, als ob es noch eine andere Art von Hobbys gab, die nur diesen Frauen zugeteilt würde.

Eines davon war Nähen. Da ich das letzte Mal im Alter von 16 Jahren an einer Nähmaschine gesessen hatte und überdies hinaus gar keine eigene mehr besaß, verfolgte ich diese Idee nicht weiter. Eines Tages kam jedoch mein Partner mit einer Nähmaschine nach Hause, die er einer Kollegin abgekauft hatte (kinderlos versteht sich).

Kreativ sein

Und so begann eines meiner Lieblingshobbies. Ich erstand für viele hundert Euro süßen Kinderstoff und druckte mir Unmengen von Schnittmustern aus. Ich schaute nachts Youtube-Videos von Dawanda-Muttis, die mir erklärten wie man ein Halstuch näht.

Dann nähte ich und nähte, trennte auf, kaufte Stoffe nach, wagte mich an immer schwierigere Projekte. Langsam wurde ich immer besser und besessener. Mein Kind lief in selbstgenähten Klamotten rum. Naja, sie robbte in diesen herum. Später wird sie sich vermutlich bei dem Rattern einer Nähmaschine an ihre frühe Kindheit erinnern.

Neue Fähigkeiten entdecken in der Elternzeit

Für mich war das Nähen wirklich eine Erleuchtung. Ich machte etwas, was mir Spaß bereitete, ich erwarb neue Fähigkeiten und lernte. Irgendwie war das etwas, das ich vermisst hatte.

Klar lernte ich viel durch meine Tochter, und es bereitete mir auch Freude. Aber ich wollte auch etwas außerhalb dieses Universums machen, und ich fühlte mich bei all der Überforderung auch unterfordert.

Alle Tage sind gleich…

Viele meiner Fähigkeiten lagen brach, und oftmals glich ein Tag dem anderen. Und plötzlich erlebte ich etwas Neues, und das machte mich glücklich.

Positive Aktivitäten zu etablieren sind bei der Behandlung von Depressionen eine der ersten Schritte. Ich litt zwar nicht unter einer Depression, aber die Kraftquellen, die ich vorher besessen hatte, standen mir nicht mehr zur Verfügung. Das förderte nicht gerade meine Laune.

Diese Woche soll also ganz im Zeichen der positiven Aktivitäten stehen. Die Übung heute bezieht sich daher auch erneut darauf, mehr (mit dem Baby zu vereinbarende) Hobbies zu finden.

Positive Aktivitäten schaffen

Vor meiner Tochter wäre ich niemals auf die Idee gekommen, mir eine Nähmaschine zu kaufen. Warum auch? Die meisten einfachen Nähdinge sind ja für Kinder gemacht.

Ich möchte daher dafür werben, einmal in sich zu gehen und zu forschen, was es für Ideen für Hobbys gibt, die bislang nicht zum Tragen kamen.

Was tun in Elternzeit? – Das kann von Musik über Backen, Programmieren oder Dekorieren bis hin zu Blumen pflanzen alles Mögliche sein.

Im Mamamindful Journal sind inspirierende Schritte dahin zu finden. Schau am besten direkt einmal nach.

Gegen Langeweile in der Elternzeit

Ich möchte hier keine Mutter dazu auffordern, sich ein echtes Mutti-Hobby zu suchen und sein Seelenheil in Sonntagsbraten oder Pumphosen zu finden. Mein Wunsch wäre es, dass alle Mütter ihr Potential ausschöpfen können und sich eben nicht auf typische Hausfrauen-Themen beschränken.

Für mich war es jedoch so wunderbar, etwas Neues und Eigenes zu haben, dass ich es jedem nur ans Herz legen kann. Inzwischen nähe ich viel viel viel seltener und beschäftige mich wieder mit anderen Sachen, die mich fördern und weiterentwickeln.