Alleine mit Baby – Einsamkeitsgefühl überwinden

Alleine mit Baby! Es ist doch komisch. Man ist nie mehr allein – und fühlt sich plötzlich einsam.

Mit sieben Monaten hielt ich mein Baby für ausreichend gewachsen, dass ich es auch mit anderen Kindern zusammenführen konnte. Ich hatte auch genug von der Isolation und wolle raus.

Ich wollte andere Mütter kennenlernen und außerdem wollte ich selber auch wieder etwas lernen. Also schnappte ich mir mein Handy und begann, nach Babykursen zu suchen.

Babykurse als Ausweg aus dem Alleinsein?

Und es gab so viel! Angebote über Angebote, für jede Altersstufe. Ich bekam plötzlich Panik, dass ich mein Kind schon in so frühen Jahren nicht ausreichend gefördert hatte.

Dabei hielt ich es ja eigentlich mit dem Grundsatz, dass die Bindung im Mittelpunkt steht und diese nicht durch den Besuch von Kursen beeinflusst würde.

Babymassage, Pekip und Babysport (Was um Himmels Willen soll Babysport sein. Mein Kind konnte ja noch nicht mal krabbeln!) hatte ich altersmäßig bereits verpasst. Ich entschuldigte mich in Gedanken bei meiner Tochter, dass ich ihr dies nicht hatte angedeihen lassen.

Beschäftigung für Mama und Kind

Aber meine Wahl konnte immer noch zwischen einer reichen Auswahl fallen. Über die Zeit besuchte ich ein buntes Potpourri der Möglichkeiten: eine Krabbelgruppe, einen Baby-Musikkurs, einen Baby-Turnkurs und einen Kurs für Baby-Gebärdensprache.

Gerade letzterer war eigentlich mehr für mich. Ich wollte schon immer Gebärdensprache lernen. Meine Tochter war übrigens ein Naturtalent. Auch heute benutzt sie noch Gebärden für manche Wörter und liebt es, Lieder mit Gebärdensprache zu „singen“.

Nicht mehr alleine mit dem Kind

Der Ablauf der Kurse war überall anders und doch überall ähnlich. Eine Gruppe von herausgeputzten Müttern mit noch herausgeputzteren Babys sitzt im Kreis, singt Lieder, macht Fingerspiele oder andere Dinge, die in jedem anderen Zusammenhang absolut peinlich gewesen wären.

Vieles davon fand ich einfach nur dämlich. Ich war eh die meiste Zeit damit beschäftigt, mein bewegungsfreudiges und lautes Kind zu bändigen.

Während alle anderen Kinder brav auf dem Schoß der Mutter platznahmen, wand sich mein Kind auf meinem Arm, schrie und wollte losrobben oder irgendwas erleben.

Spielegruppen als Begegnung nutzen

Ich kam mir vor wie die Mutter in einem schlechten Film, die einen ironisch überzogenen Babykurs besuchte. Da waren die Übermütter, die lässigen Mütter, die Strebermütter, die erleuchteten Mütter. Und ich.

Da ich schließlich aber nicht nur meinem Kind etwas Gutes tun wollte, sondern auch auf der Mission „ich brauche Freundinnen mit Kindern“ war, fing ich eine Menge Gespräche an. Über Kinder versteht sich.

Integration in die Gruppe

So fragte ich zum Beispiel nach, wo die Inspiration für Namen wie Tjure, Wotan, Dante oder Morgens (alles Namen die ich in den Gruppen antraf!) herkam. Der Kreativität schien keine Grenzen gesetzt.

Oft habe ich mich wie beim ersten Date gefühlt. Es gibt schließlich nur einen ersten Eindruck. Und ich wollte jetzt auch nicht gerade negativ auffallen. Also ich fiel ja eh auf, dank meiner erlebnisfreudigen Tochter.

Freundschaften in der Elternzeit knüpfen

Insgesamt habe ich mich mit vielen Frauen unterhalten. Das tat mir gut. Und das war auch das Gute an den Kursen. Ich war weniger alleine mit Baby. Die sozialen Kontakte waren angenehm, und mein Kind liebt Gesellschaft. Sie hatte die meiste Zeit Spaß, wenn sie nicht zu so etwas wie einem Singkreis genötigt wurde.

Und auch ich wurde immer textsicherer bei Gulli Gulli Ramsamsam und Himpelchen und Pimpelchen. Je öfter ich in diesen Gruppen saß, desto lauter sang ich und desto weniger unangenehm war mir, dass ich eigentlich wirklich nicht singen kann.

Aus diesen Gruppen habe ich auch nach drei Jahren noch immer Kontakt zu zwei Frauen. Wir treffen uns mehr oder weniger regelmäßig und ich freue mich, die Kinder aufwachsen zu sehen.

Freundschaften in der Elternzeit knüpfen

Insgesamt habe ich mich mit vielen Frauen unterhalten. Das tat mir gut. Ich war nicht mehr nur alleine mit Baby.Und das war auch das Gute an den Kursen.

Die sozialen Kontakte waren angenehm, und mein Kind liebt Gesellschaft. Sie hatte die meiste Zeit Spaß, wenn sie nicht zu so etwas wie einem Singkreis genötigt wurde.

Und auch ich wurde immer textsicherer bei Gulli Gulli Ramsamsam und Hümpelchen und Pümpelchen. Je öfter ich in diesen Gruppen saß, desto lauter sang ich und desto weniger unangenehm war mir, dass ich eigentlich wirklich nicht singen kann.

Aus diesen Gruppen habe ich auch nach drei Jahren noch immer Kontakt zu zwei Frauen. Wir treffen uns mehr oder weniger regelmäßig und ich freue mich, die Kinder aufwachsen zu sehen.

Ist ein Babykurs sinnvoll um weniger Alleine zu sein?

Meiner Meinung nach (und diese ist nicht unumstritten) sind alle Babykurse, egal ob mit oder ohne klarem Ziel, mehr oder weniger für die Mütter.

Babys brauchen keine spezielle Förderung, müssen weder Musik noch Turnen geschweige denn Gebärden lernen, um gut gefördert zu sein. Sie wären mit der Mutter alleine zu Hause vollkommen ausgelastet und genügend mit Reizen konfrontiert.

Doch weil Kinder gerne Musik und Bewegung mögen, bietet sich hier ein Forum für die Kinder, Spaß zu haben, und für die Mütter, sich auszutauschen.

Tipps für mehr Begegnung mit Baby

Persönlich würde ich jeder empfehlen, einen Kurs zu besuchen. Dabei würde ich folgende Punkte anraten um nicht alleine mit Baby zu sein:

  • Anmeldezeiten beachten! Manche Kurse müssen schon Monate vorher gebucht werden.
  • Einen Kurs suchen, an dem man tendenziell auch Spaß haben könnte.
  • Gute Anlaufstellen:
    • Katholische und Evangelische Familienbildungsstätten (man muss keiner Konfession angehören, um diese Einrichtungen zu besuchen)
    • Volkshochschule
    • Gemeinden und Kirchengemeinden
    • Private Schulen (Waldorf oder Montessori)
    • Hebammenpraxen oder andere Privatanbieter
  • Vorher Sparen! Die Kurse die ich besucht habe haben mehr gekostet, als ich dachte.
  • Es gibt oft auch noch viele andere Aktivitäten für Säuglinge und Babys, diese sind aber in Städten und Regionen ganz unterschiedlich. Zum Beispiel:
    • Müttercafes oder offene Treffs, diese sind oft kostenlos.
    • Vorlesetermine in der Stadtbücherei.
    • Kindercafes oder kinderfreundliche Cafés.
  • Termine der Kurse beachten! Die Uhrzeit spielte bei uns eine wichtige Rolle. Der Turnkurs kollidierte leider immer mit dem Mittagsschlaf, so dass die Laune dort nie wirklich gut war.

Gemeinsam stett Einsam

Diese Tipps und eine Strukturierungshilfe findest du auch in deinem Mamamindful Journal. Und heute verabschiede ich mich mit dem Lieblingslied meiner Tochter:

Schmetterling du kleines Ding,

such dir eine Tänzerin,

Heissasa, Heissasa,

oh wie lustig tanzt man da.

Lustig, Lustig wie der Wind,

Wie ein kleines Blumenkind.