Aktivitäten mit Baby, bei denen man nicht vor Langeweile stirbt

Aktivitäten mit Baby, die einen aus der Einsamkeit bringen? Darüber soll ich schreiben?

Über die Wichtigkeit von sozialen Kontakten habe ich ja bereits geschrieben (Woche 30) und auch darüber, wie sehr ich meine Freunde liebe (Woche 24).

Trotzdem möchte ich noch einmal ein verwandtes Thema rausgreifen, weil dies etwas ist, was mich wirklich kalt erwischt hat: die Isolation und die neuen Aktivitäten, die ich mir plötzlich suchen musste.

Das Alleinsein mit Baby

Generell bin ich schon ein geselliger Mensch. Ich habe gerne Zeit mit meinen Freunden verbracht und in meinem Beruf habe ich ja auch mit Menschen zu tun – das mag ich.

Als meine Tochter geboren wurde brachen auf einmal fast alle sozialen Kontakte weg. Meine regelmäßigen Verabredungen fanden nicht mehr statt, ich sah keine Kollegen mehr. Ich war zusätzlich noch in eine neue Stadt gezogen und kannte keinen.

Auf einmal fühlte ich mich sehr allein.

Der Vergeich mit kinderlosen Freunden und ihren Aktivitäten

Klar, ich hatte meine Tochter. 24 Stunden um mich. Es verging über ein Jahr bis sie mal mehr als eine Stunde von mir getrennt war. Und obwohl ich so wenig allein wie nie war, war ich doch abgeschottet von dem ganzen anderen Leben.

Auf Facebook konnte ich die tollen Parties, Reisen, Wanderungen oder einfach Kaffee-Treffen meiner Freunde verfolgen. Auch die Whatsapp-Statusfotos wollte ich mir nicht mehr anschauen.

Meine Freundinnen waren hübsch gemacht, sie genossen das Leben, ich war neidisch. Wie ironisch, dass ich ein Jahr zuvor noch voller Neid auf die Baby- und Kinder-Posts geschaut hatte.

Die anderen haben ihr altes Leben – ohne Baby

Die Fahrwasser, in denen ich mich vorher bewegt hatte, flossen ohne mich weiter. Ich war abgebogen in eine Welt, wo es nur noch mich und meine Tochter gab. An manchen Tagen sprach ich 90% meiner Wörter mit ihr.

Ich genoss die Zeit und die Aktivitäten mit Baby zwar auch sehr, aber es fehlten mir einfach die anderen Menschen, die Flexibilität, mal eben irgendwo hin zu fahren um jemanden zu besuchen oder eine ungestörte Unterhaltung zu führen.

Ohne es richtig zu realisieren war ich wirklich isoliert.

Aktivitäten mit Baby suchen – Sich selbst etwas Gutes tun

Das sind die Top Tipps für Aktivitäten mit Baby

  • Babykurse besuchen (Woche 30)
  • Kontakte zu meinen Freunden erneut aufnehmen
  • Neue Kontakte weiterverfolgen
  • Meinen Partner einbeziehen, um mehr Freiräume zu schaffen
  • Jeden Tag mindestens zwei Kontakte außerhalb Baby und Partner
  • Die Situation besser annehmen

Manche haben hier sicherlich nicht die Probleme, die ich erlebte. Meine Lebensumstände trugen sicherlich zu der Situation bei. Dennoch habe ich inzwischen viele Mütter kennengelernt, die unter dem Wegfall alter Bekanntschaften und der neuen (unflexibleren) Lebenssituation leiden.

Die Sinnhaftigkeit von Babykursen habe ich je schon ausgiebig kommentiert.

Dass ich meine „alten“ Freunde mehr und mehr anschrieb, um an ihrem Leben teilzuhaben, habe ich auch erwähnt.

Kontakte knüfen – die beste Möglichkeit der Aktivität

Dass ich neue Kontakte mehr gefördert habe, ist einer meiner wirklich erfolgreichen Tipps. Klar lernt man hier und da mal Frauen kennen. Doch diese Verabredungen verlaufen sich oft schnell, wenn man nicht daran arbeitet. Auch wenn es sich (für mich) komisch anfühlt, jemanden nach der Telefonnummer zu fragen oder ein weiteres Treffen vorzuschlagen, so ist das doch der Weg zu neuen, intensiveren Kontakten.

Klar habe ich hier auch den einen oder anderen Misserfolg eingefahren. Und das ist auch kein angenehmes Gefühl. Aus dem sozialen Kompetenztraining weiß ich, dass es wichtig ist um etwas zu bitten, was man möchte, aber dass es genauso wichtig ist, mit einem „Nein“ klar zu kommen.

Ganz praktisch ist hier ein „Schade“ als Antwort ideal. Gefühlsmäßig hilft hier „Es gibt viele Faktoren, die zu der Ablehnung führen. Es liegt nicht an meiner Person alleine und daran, dass ich kein interessanter Mensch bin.“ Und „Je mehr Versuche man macht, je größer ist statistisch gesehen auch die Gefahr einer Ablehnung, aber auch die Chance auf einen Erfolg.“.

Den Partner mit in die Aktivitäten einbeziehen

Darüber hinaus musste ich mir auch eingestehen, dass die eh schon knapp bemessene Zeit mit meinem Partner (abends und am Wochenende) noch knapper werden würde, wenn ich mich mit anderen Menschen traf.

Dies war tatsächlich ein Hemmschuh, da ich jeden verfügbaren Moment gerne teilen wollte. Das tat aber mir nicht gut, weil ich immer unglücklicher wurde, und dadurch uns auch nicht. Ich lief offene Türen ein. Er machte es eh schon so.

Jeden Tag an Kontakten arbeiten!

Zuletzt nahm ich mir explizit vor, jeden Tag mindestens zwei Menschen zu kontaktieren. Die Form war dabei egal: ob telefonisch, schriftlich oder persönlich. Das spornte mich an, mich außerhalb meiner üblichen Gewohnheiten zu bewegen.

Meistens blieb es nicht bei zwei. Es half mir aber, wieder den Start zu finden. Und manchmal ergaben sich auch Aktivitäten mit Baby daraus.

Im Mamamindful Journal findest du die Hilfestellungen noch einmal, mit konkreten Umsetzungsplänen.

Einsamkeit vermeiden – Aktiv bleiben

Ich muss sagen, dass das erste Jahr trotz der deutlichen Verbesserungen ein isoliertes blieb. Rückblickend war es auch gut so. Meine Tochter und ich wurden zu einem unsagbar engen Gespann. Vielleicht hat es also auch sein Gutes. Das konnte ich damals nicht sehen. Heute halte ich es aber für eine Bank. Meine Selbstansprache dazu:

„Ich habe noch mein ganzes Leben Zeit für Freundschaften. Aber mein Kind kennenzulernen geht nur jetzt. Daher nehme ich diese Lebenssituation an.“

Wenn du die Worksheets und Infosheets direkt anschauen möchtest, klicke hier.