ME MYSELF AND MORE MILK – Hilfe zum Thema Stillen

Wie, du stillst nicht mehr?

Schon die dritte Woche! Jetzt sollten sich die schlimmsten Still-Probleme gelegt haben. Sagte die Hebamme. Dadurch, dass der Tag überwiegend aus Stillen besteht, widme ich diesem Thema erneut ein paar Gedanken.

Das Stillen, dieser innige Moment, diese Verbindung zwischen Kind und Mutter, ein Moment des totalen Genusses, so ursprünglich und wunderbar! Es stellt die Basis für alle weiteren Beziehungen im Leben dar. Das Kind erlebt sich noch nicht als eigenständige Person, sondern als Teil der Mutter, es erlebt die Einigkeit. Ist das nicht ein durch und durch schöner Gedanke?

Bei mir hat das eher Druck aufgebaut. „Du musst genießen!“ „Du musst Stillen!“ „Du kannst so viel falsch machen!“

Persönlich war das Stillen für mich insgesamt eher eine Misserfolgsgeschichte. Trotz aller Bemühungen und Anstrengungen konnte mein Körper einfach nicht mehr als wenige Milliliter Milch zur Verfügung stellen. Das Baby trank und trank und trank (halbe Stunde rechts, halbe Stunde links), und war nach maximal einer Stunde wieder hungrig. Schrie, meckerte und kam wieder zurück an die Brust.

Zu meinem Glück und dank des Pumpens konnte ich dem Grund für die Unzufriedenheit meines kleinen Mädchens schnell auf den Grund kommen. Und es blieb mir nichts anderes möglich, als Zuzufüttern.

In meiner Bewertung war das ein Versagen! Ich war nicht in der Lage, mein Kind zu ernähren. Neben den ganzen Eindrücken der vergangenen Wochen schob sich auch noch diese graue Wolke in meine Gedanken. Hinzu kam dann noch, dass Stress sich ja auch negativ auf die Milchproduktion auswirkt (noch mehr Druck!). Eine schlechte Mutter war ich!

Ich beschäftigte mich mit Milchpulver und Flaschen. Am Ende hatte ich eine große Auswahl an Avent Flaschen*, die immer noch die besten Empfehlungen erhielten, und verschiedene Sorten Milchpulver. Am besten abgeschnitten bei Stiftung Warentest hatte Milsana Pre Anfangsmilch und Bebivita* Anfangsmilch, ich entschied mich aufgrund meines Bio-Öko-Hintergrundes jedoch für die demeter geprüfte Holle* Anfangsmilch.

Rabenmutter

Kaum ein Thema rund um Babies regt hitzige Diskussionen und Meinungen so sehr auf den Plan wie das Stillen. Von den extremsten „Ich stille mein Kind bis es in die Schule kommt“-Verfechtern bis hin zu den pragmatischen „Die Flasche ist doch eh besser“-Anhängern ist fast alles dabei. Dazu kommen noch die „Stillen in der Öffentlichkeit“-Debatten. Unter dem Strich folgt aber, wenn man es denn will, stets das Fazit: Rabenmutter.

Es ist erstaunlich, wie schnell Menschen mit ihren Urteilen sind. Und auch ich selber. Hatte ich mich doch gerade noch als Rabenmutter abgestempelt und gab heimlich und verstohlen meinem Baby eine Flasche, während ich auf einer abgelegenen Bank saß. Was würden denn die Leute denken?

Eine Freundin von mir berichtete, sie würde oftmals gefragt, warum sie nicht stille. Sie hat, aus ganz praktischen Gründen, sich für die Flaschennahrung entschieden. Ist das jetzt falsch? Ist man dazu verdammt, auf jeden Fall zu stillen und nur mit medizinischer Indikation aufzuhören? Sie wollte einfach wieder „ihren Körper zurück“. Sie erlebte das Stillen nicht als erhebend, vielmehr als abstoßend. Na, welche Leserin urteilt jetzt schon über meine Freundin?

Wie fast immer gilt auch hier: DU triffst die Entscheidung für dich und dein Kind. Und diese Entscheidung wird nicht aus Lust und Laune getroffen, sondern aus Gründen. Wie auch immer diese sein mögen. Du wägst ab und dann ist es so.

Die Bewertung dieser Entscheidung als gut oder schlecht erfolgt dann von außen, oder durch eine spätere Betrachtung.

Ich brauchte eine Zeit um zu akzeptieren, dass es vielleicht nicht das Beste für mein Kind ist, dass ich sie stille. Ich hatte es so unbedingt gewollt!

Ein halbes Jahr habe ich ausgehalten und neben der Flasche auch immer noch gestillt. Das würde ich heute nicht mehr tun, einfach weil es sehr frustrierend für meine Tochter war, nicht genug Nahrung zu bekommen, und weil es für mich frustrierend war, den ganzen Tag nur zu stillen. Aber ich habe es so entschieden, weil ich es für das Beste hielt. Und deshalb bin ich keine Rabenmutter.

Wenn du das gerade liest während du dein Kind stillst (oh was habe ich Nächte lang gelesen während ich gestillt habe!) dann gratuliere ich, dass du immer noch dabei bist. Das ist eine super Leistung! Und wenn du das hier liest während du die Flasche gibst, dann gratuliere ich dir auch! Du versorgst dein Kind ganz wunderbar!

Mein Wunsch wäre, dass frau das Stillen als eine Möglichkeit sehen kann, eine schöne Zeit zu verbringen, ohne Druck, Bewertungen, Moral oder was sonst noch. Es mag unumstritten sein, dass das Stillen das Beste für das Baby ist. Aber nicht um jeden Preis.

Daher habe ich meine liebsten Selbstansprachen aufgeschrieben, um mich zu motivieren und nicht in die negativen Bewertungen abzurutschen. Ich benutze diese Selbstansprachen in vielen Bereichen und bin von der Wirksamkeit überzeugt. In unserem ganzen ersten gemeinsamen Jahr werden sie immer wieder auftreten.

Meine Selbstansprachen für das Stillen:

  • Ich versuche die Zeit mit meinem Baby zu genießen. Es ist nur eine kurze Zeit so nah bei mir, vielleicht werde ich das irgendwann vermissen.
  • Ich bin bereit, den Schmerz kurzfristig in Kauf zu nehmen, um zu versuchen, meinem Kind die beste und natürlichste Nahrung anzubieten.
  • Ich bin damit zufrieden, es zu versuchen/ versucht zu haben.
  • Ich versorge mein Kind, so gut ich kann.

Vielleicht hast du ja eigene motivationale Sprüche, die dir helfen können? Dann können Sie in das Mamamindful Journal geschrieben werden.

*Das ist ein Affiliatelink zu Amazon. Wenn Du über meinen Link etwas bei Amazon kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich wird aber nichts teurer!

Wenn du die Worksheets und Infosheets direkt anschauen möchtest, klicke hier.


0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.